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kulturMONTAG

Kultur, Magazin • 11.05.2026 • 22:30 - 23:15
Peter Schneeberger.
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Martin Traxl
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Clarissa Stadler.
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Originaltitel
kulturMontag
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
Durch Musik vereint – 70 Jahre Eurovision Song Contest: Der Eurovision Song Contest ist die international größte Live- Musikveranstaltung und war Ausgangspunkt für manch eine Weltkarriere – etwa jene des französisch-kanadischen Popstars Celine Dion, die 1988 für die Schweiz gewann, oder jene der schwedischen Kultband ABBA, die 1974 siegte. Auch heuer feiern Mitte Mai wieder Millionen Menschen, rund 170 Millionen aus zumindest 35 Nationen, den Eurovision Song Contest, der zum 70-Jahr-Jubiläum in Wien ausgetragen wird. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Bühne in der Wiener Stadthalle, die wie schon 2015 der Wiener Designer Florian Wieder verantwortet, ist in diesem Jahr mit überdimensionalem Notenschlüssel und Notenblatt der Musik und damit auch der Musikstadt Wien gewidmet. Mit dem ESC-Motto "United by Music" werden die Bundeshauptstadt und das Land weltweit ins Rampenlicht gerückt. Schon jetzt laufen die Wettbüros heiß. Der "kulturMONTAG", der live aus dem gläsernen ESC-Studio mitten auf dem Wiener Rathausplatz sendet, ist bei den Opening-Events dabei. Wie ist die Stimmung in der Stadt? Welche Teilnehmer:innen haben die größten Chancen? Und wie politisch ist der ESC? Boykott oder Unterstützung – Kontroverse um Israels Teilnahme am ESC: Mehr als 1.100 Musiker:innen fordern den Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest in Wien. Mit ihrer Kampagne "No Music For Genocide" werfen Roger Waters, Peter Gabriel oder die britische Band Massive Attack dem Land Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Konkreter Auslöser ist der israelische Militäreinsatz im Gazastreifen als Reaktion auf den Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Auf der anderen Seite zeigt sich die internationale Initiative "Creative Community for Peace", zu deren Unterstützerinnen und Unterstützern Stars wie Helen Mirren oder Boy George zählen, in einem offenen Brief "geschockt und enttäuscht" über den Boykott. Denn Israel habe doch den Krieg nicht beginnen wollen. Außerdem habe das Land eine lange Geschichte mit vielfältigen ESC-Teilnehmern, einschließlich Palästinensern, Äthiopiern und Mitgliedern der LGBTQA+-Community. Selbst ehemalige ESC-Teilnehmer:innen reagieren zwiespältig. Eine komplexe Debatte, die auch schon zahlreiche Demonstrationen in Wien auf den Plan gerufen hat. Wo liegt die feine Trennlinie zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus? Wo jene zwischen links und rechts? Der österreichische Schriftsteller Richard Schuberth hat in seinem neuen Buch "Vom Antisemitismus, der keiner sein will" den identitätspolitischen Diskurs beleuchtet. Zoff und Zündstoff – Die Kunst-Biennale in Venedig: Auch die idyllische Serenissima entfaltet anlässlich der Kunst- Biennale reichlich Konfliktpotenzial. "In Minor Keys", zu Deutsch "in Moll", betitelte die im Vorjahr unerwartet verstorbene Chefkuratorin Koyo Kouoh die 61. Ausgabe der internationalen Kunstschau, die offiziell am 9. Mai startet. In ihrem längst ausgearbeiteten Konzept, das nun posthum umgesetzt wurde, stehen marginalisierte und oft überhörte Stimmen im Zentrum. Die erste afrikanische Frau an der Spitze der Kunst-Biennale beschrieb ihre Idee als eine heilende Form des Widerstands, die dazu aufruft, inmitten der gegenwärtigen Weltlage aufmerksam zuzuhören. Dass sich nun in die Molltöne Misstöne mischen, liegt an der Teilnahme von Russland und Israel, die schon im Vorfeld für heftige politische wie kulturelle Turbulenzen sorgt. Auch Österreichs Beitrag zur Biennale wird jede Menge Aufsehen hervorrufen. Denn: Die radikale Choreografin und Performerin Florentina Holzinger, die sich mit ihren spektakulären Theaterarbeiten international schon jede Menge Lorbeeren verdiente, liefert mit ihrem Beitrag "Seaworld Venice" eine Aktion mit Trigger- Garantie. Holzingers besondere Reflexion über Nachhaltigkeit zeichnet sich schon jetzt, kurz nach der Pavillon-Präsentation, als Publikumsmagnet ab.